Dysplasiesprechstunde
Die Dysplasiesprechstunde dient der Abklärung auffälliger Befunde am Muttermund.
Hat Ihre Frauenärztin oder ihr Frauenarzt bei der regelmäßigen Untersuchung der mit einem Tupfer abgestrichenen Zellen des Gebärmuttermundes und des Gebärmutter-halses (Pap.-Test) Veränderungen festgestellt, schickt er Sie in diese Spezialsprechstunde.
Oft handelt es sich um einen Pap IIp, Pap III (D1, D2) Pap IV a-p, oder es liegt eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) der Hochrisikogruppe vor, die meist der Grund für die Zellveränderung am Muttermund sind.
Wichtig: Ein auffälliges Pap.- oder HPV-Ergebnis ist keine Krebsdiagnose
In der Dysplasiesprechstunde werden derartige Befund im Rahmen einer Kolposkopischen Untersuchung abgeklärt. Bei dieser Untersuchung wird der Gebärmutterhals sehr genau mit einem Mikroskop untersucht und aus dem betroffenen Bereich Biopsien entnommen.
Eine Kolposkopie ist nicht schmerzhaft. Auch die Entnahme von Biopsien am Muttermund kann unangenehm sein, ist aber nicht schmerzhaft.
Fachärztinnen und Fachärzte die diese Untersuchungen durchführen sind durch Fortbildungen, praktische Erfahrung und eine Diplomprüfung qualifiziert, Krebsvorstufen des weiblichen Genitales sicher zu erkennen.
Was ist ein Pap I- IV
• Pap I bedeutet "normale gesunde Zellen".
• Pap II sind leichte Zellveränderungen, aber kein Verdacht auf Krebsvorstufen oder Krebs.
• Pap III ist ein unklarer Befund, der weiter untersucht werden muss.
• Pap IIID bedeutet, dass Zellveränderungen vorliegen – sogenannte Dysplasien – aber kein Krebs.
• Pap IV bedeutet, dass Krebsvorstufen, Krebs im Frühstadium oder Krebs möglich sind. Die eigentliche Diagnose können Ärztinnen oder Ärzte erst nach weiteren Untersuchungen stellen.
• Pap V: Es wurden Zellen eines bösartigen Tumors nachgewiesen und eine Krebsdiagnose ist sehr wahrscheinlich.
Sind die Zellveränderungen nicht sehr ausgeprägt, bilden sie sich bei vielen Frauen von alleine zurück. Eine Behandlung ist zunächst nicht erforderlich. Wichtig sind dann aber weitere Kontrollen und gegebenenfalls ergänzende Tests. Dazu gehören zum Beispiel umfangreichere gynäkologische Untersuchungen als bei der normalen Früherkennung.
Was ist eine Dyplasie CIN I-III
Eine Dysplasie des Gebärmutterhalses ist eine mögliche Krebsvorstufe.
Es gibt drei Arten von Krebsvorstufen welche CIN I- III genannte werden.
Die CIN I (Cervicale Intraepitheliale Neoplasie) ist im eigentlichen Sinn gar keine Krebsvorstufe sondern eine Infektion mit dem Humanen Papilloma Virus, die Ihr Körper zu 90 Prozent selbstständig ausheilt. Eine Beobachtung über regelmäßige Abstrichuntersuchungen ist notwendig, bis die Veränderung abgeheilt ist und ausgeschlossen werden kann, dass sie sich nicht verschlimmert.
Die CIN II kann sich weiterentickeln, jedoch heilt auch diese Veränderung in bis zu 50 Prozent der Fälle allein aus. Diese Vorstufe kann man schonend therapieren, z.B. mit einer Laserverdampfung. Man kann sie aber auch unter gewissen Voraussetzungen beobachten bis sie vollständig ausgeheilt ist.
Die CIN III heilt im Körper nur selten allein aus. Die meisten dieser Vorstufen entwickeln sich im Verlauf von Jahren zu Krebs. Um eine CIN III auszuschließen führen wir im Rahmen der Dysplasiesprechstunde unter Mikroskopischer Sicht Biopsien durch. Bestätigt sich die Diagnose werden diese Veränderungen in einer Spezialklinik behandelt und meist im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffes vollständig entfernt. Diese Eingriffe auch Elektroschlingen-Resektion genannt werden so schonend durchgeführt, dass sie auch für geplante spätere Schwangerschaften nicht mehr zu Vernarbungen oder Verkürzungen des Muttermundes führen sollte eine Schwangerschaft geplant sein.
Was ist HPV
Fast alle Menschen infizieren sich in ihrem Leben mit den sogenannten Humanen Papilloma Viren. HPV -Viren.
In den meisten Fällen heilen diese Infektionen vollständig und folgenlos ab, ohne dass man die Infektion bemerkt, da sie keine Symptome wie z.B. vermehrten Ausfluss oder Schmerzen.
Auch wenn sich fast nahezu jeder einmal in seinem Leben mit HPV- Viren in Kontakt gekommen ist, gibt es nur einen ganz geringen Teil von Frauen, die in ihrem Leben Krebsvorstufen geschweige denn Gebärmutterkrebs entwickeln. Risikofaktoren wir Rauchen und Nikotinabusus spielen hier eine große Rolle.
Im Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs werden zwei Gruppen von HPV-Typen unterschieden: low risk und high risk HPV-Typen.
Die low risk HP- Viren spielen keine Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterkrebs. Sie sind eher Verursache von lästigen aber gutartigen Warzen im Genitalbereich, die wir lateinisch Condylomata accuminata nenne.
Nur die high risk HP-Viren sind in der Lage Einfluss auf die Krebsentstehung zu nehmen. Eine Infektion mit diesen Viren bedarf also einer regelmäßigen Kontrolle und Therapie aber auch hier ist gilt, auch wenn man die Viren als high- risk HP-Viren bezeichnet heißt das auf gar keinen Fall, dass man mit großer Wahrscheinlichkeit an Gebärmutterkrebs erkranken wird. Das Erkrankungsrisiko bei eine high- risk Infektion ist niedrig aber natürlich müssen Veränderungen, die durch high- risk HP- Viren ausgelöst werden, erkannt und behandelt werden.
Es gibt inzwischen zahlreiche Untersuchungen an jungen Frauen und Männern, die zeigen, dass über einen längeren Zeitraum gesehen praktisch alle sexuell aktiven Personen einmal für high risk HP-Viren positiv getestet werden.
Nach einer gewissen Zeit kann der Virustest wieder negativ ausfallen, weil der Körper die Virusinfektion von sich aus beseitigt hat. Hieraus ergibt sich aber auch, dass bei jungen Frauen – und als „jung“ ist hier ein Alter bis zu 29 Jahren definiert – eine HPV-Testung sinnlos ist, weil bei sexuell aktiven Frauen ein positives Testergebnis gewissermaßen als normal angesehen und nicht als Hinweis auf ein erhöhtes Krebsrisiko gedeutet werden kann.
Sex geht also fast zwangsläufig mit einer HPV-Infektion einher, jedoch ist diese Ansteckung in den meisten Fällen nicht als krankhaft zu deuten.
Was genau bei einigen wenigen Frauen dazu führt, dass durch HPV die Zellen am Gebärmutterhals krankhaft verändert werden, ist letztlich unklar. Es scheint so zu sein, dass erst eine persistierende, also lange andauernde, Infektion mit demselben Virus in der Lage ist, Zellveränderungen auszulösen. Auch eine solche persistierende HPV-Infektion ist nicht so selten. Zwar gibt es keinen Test, der prüfen kann, ob eine HPV-Infektion vorübergehender Natur ist und von den Abwehrmechanismen des Körpers wieder beseitigt werden kann oder ob es sich um eine andauernde und potentiell schädigende HPV-Infektion handelt. Allerdings wird vermutet, dass ein HPV-Nachweis jenseits eines Alters von 30 Jahren eher auf eine persistierende und seltener auf eine passagere Infektion zurückzuführen ist. Das heißt jedoch keinesfalls, dass alle HPV-positiv getesteten Frauen ab einem Alter von 30 Jahren befürchten müssen, an Krebs zu erkranken. Das Risiko für eine Krebsvorstufe mag lediglich etwas erhöht sein. Zwischen Krebsvorstufe und tatsächlichem Krebs liegt jedoch ein Zeitraum von mehreren Jahren und bei den allermeisten Frauen wird aus einer Krebsvorstufe kein Krebs hervorgehen.
HPV Impfung
Der beste Schutz vor einer Gebärmutterhalskrebs-Vorstufe ist die frühzeitige Impfung gegen die HPV-Infektion. Die Impfung ist als Standardimpfung Bestandteil des Impfkalenders der Ständigen Impfkomission (STIKO) des Robert Koch Instituts. Der optimale Impfzeitraum ist das Alter von 9 bis 14 Jahren. Es bedarf zweier Impfungen im Abstand von mindestens sechs Monaten und vor allem vor dem ersten Geschlechtsverkehr, um einen sicheren Schutz vor dem Gebärmutterhalskrebs zu erlangen. Die Impfung ist sicher und wird weltweit empfohlen. Auch für Jungen ist die Impfung von Vorteil, die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.