Mädchensprechstunde
Unsere Mädchensprechstunde soll Dir die Angst vor dem ersten Frauenarztbesuch nehmen. Im Vordergrund stehen Deine Fragen und das Kennenlernen Deines Körpers. Eine Untersuchung erfolgt nur, wenn Du einverstanden bist und sie nötig ist.
Unten haben wir einige Themen zusammengestellt, die Dich interessieren könnten. Am besten lassen sich Deine Fragen in einem persönlichen Gespräch klären. Gerne kannst Du zu Deinem ersten Termin auch Deine Mutter, beste Freundin oder Deinen Freund mitbringen.
Was verändert sich in der Pubertät?
Pubertät bedeutet Geschlechtsreife – es ist die Zeit, in der sich der Körper von einem Mädchen oder Jungen zu einer geschlechtsreifen Frau oder einem Mann entwickelt. Dieser Prozess zieht sich über mehrere Jahre hin.
Bei Mädchen beginnt die Pubertät meist mit dem Brustwachstum, danach folgt die Schambehaarung, und schließlich setzt die erste Regelblutung ein. Meist kommt es in dieser Zeit auch zu einem Wachstumsschub.
Insbesondere die hormonellen Veränderungen können zu Stimmungsschwankungen führen – von Glücksgefühlen bis zu Niedergeschlagenheit.
Wenn Du wissen möchtest, ob sich alles „normal“ entwickelt oder noch mehr über die Pubertät erfahren willst, vereinbare gerne einen Termin bei uns.
Der Menstruationszyklus
Die erste Regelblutung kommt meist zwischen dem 12. und 13. Lebensjahr, kann aber auch schon mit 9 oder erst mit 15 auftreten. Oft ist der Zeitpunkt bei Müttern und Töchtern ähnlich. Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle: sehr schlanke Mädchen bekommen ihre Blutung häufig später, kräftigere etwas früher.
Vor der ersten Regelblutung fängt der Busen an sich zu entwicklen und im Schambereich sowie in den Achselhöhlen wachsen Haare. Diese Veränderungen werden von Hormonen gesteuert, die auch im Inneren des Körpers wirken, z. B. das Wachstum der Gebärmutter anregen.
Mit der ersten Menstruation beginnt ein hormoneller Regelkreis: Hormone aus Zwischenhirn und Hirnanhangsdrüse wirken auf die Eierstöcke, diese produzieren eigene Hormone, es kommt zum ersten Eisprung, und die Gebärmutterschleimhaut wird vorbereitet. Ab jetzt bist Du fruchtbar und könntest schwanger werden.
Ein Zyklus dauert meist 24–35 Tage. Am Anfang ist es normal, wenn die Blutungen unregelmäßig sind oder nur schwach ausfallen.
Bei Schmerzen oder Fragen zur Monatshygiene kannst Du gerne zu uns kommen.
Was passiert beim ersten Frauenarztbesuch?
Es gibt keinen festen Zeitpunkt für den ersten Besuch. Manche Mädchen kommen einfach vorbei ums sich zu erkundigen ob alles an ihrem Körper normal verläuft. Andere suchen Rat bei Beschwerden wie starkem Ausfluss, Schmerzen, Juckreiz oder Brennen. Viele möchten sich auch über Verhütungsmethoden informieren.
Beim ersten Termin steht das Gespräch im Vordergrund: sich kennenlernen und alle Fragen offen besprechen. Eine Untersuchung ist oft nicht nötig, besonders wenn noch kein Geschlechtsverkehr stattgefunden hat.
Es kann hilfreich sein, die eigenen Fragen vorher zu notieren und den Impfpass mitzubringen, da oft nach Impfungen und Kinderkrankheiten gefragt wird.
Was ist wichtig vor dem „ersten Mal“?
Viele Mädchen kommen zum Frauenarzt, wenn sie über den ersten Geschlechtsverkehr nachdenken. Wir beraten Dich zu Verhütung und erklären, wie Du Dich vor Infektionen und Geschlechtskrankheiten schützen kannst.
Außerdem sprechen wir über Deinen Menstruationszyklus, fruchtbare Tage und die Fortpflanzung bei Jungen. Hilfreiche Links und Informationen findest Du auch in unserer Infothek – notiere am besten Deine Fragen, wir beantworten sie gerne. Wenn Du willst, kannst Du Deine Freundin mitbringen.
Wer regelmäßig Geschlechtsverkehr hat, sollte mindestens ein- bis zweimal im Jahr zur gynäkologischen Untersuchung gehen.
Das erste Mal auf dem gynäkologischen Stuhl
Bei Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, ungewöhnlichem Ausfluss oder Problemen bei der Periode kann eine Untersuchung beim Frauenarzt notwendig sein.
Vor der Untersuchung ziehst Du in der Kabine Hose und Unterwäsche aus – T-Shirts, Röcke oder Pullis können anbehalten werden. Viele Mädchen wählen deshalb bequeme Kleidung wie Rock oder langes T-Shirt.
Der Frauenarzt oder die Ärztin erklärt vorher genau, was passiert, und beginnt erst, wenn Du bereit bist. Das Jungfernhäutchen wird dabei nicht verletzt, und die Untersuchung wird abgebrochen, wenn sie unangenehm ist.
Ab dem 20. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen das Vorsorgeprogramm, das auch einen Abstrich vom Gebärmutterhals umfasst. Daher sollte man spätestens mit 20 das erste Mal beim Frauenarzt gewesen sein.
Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs
Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren wird die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs empfohlen – idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Gebärmutterhalskrebs wird durch Humane Papillomaviren (HPV) ausgelöst, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Rund 80 % der Frauen infizieren sich, sobald sie sexuell aktiv werden. Meist heilt die Infektion von selbst ab, bei etwa 20 % kann sie jedoch zu Veränderungen an der Schleimhaut führen, die Krebsvorstufen darstellen.
Die Impfung schützt vor den häufigsten HP-Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen, insbesondere gegen die Typen 16 und 18. Zusätzlich schützt ein Impfstoff gegen die Typen 6 und 11, die Feigwarzen (Kondylome) auslösen können.
Vor dem 14. Geburtstag braucht man nur 2 Impfdosen für den vollständigen Schutz. Nach dem 14. Geburtstag muss man sich 3x impfen lassen.